Wissenswertes – Fakten – Hintergründe

Was ist eigentlich Radioaktivität?

Als Radioaktivität bezeichnen Wissenschaftler die Eigenschaft bestimmter Atomkerne, sich ohne äußere Einwirkung von selbst in andere Kerne umzuwandeln und dabei energiereiche (ionisierende) Strahlung auszusenden. Diese Strahlung kann dem menschlichen Körper massiven Schaden zufügen. Wenn der Mensch mit ihr in Berührung kommt, besteht die Gefahr, dass die Strahlen die Hüllen der Atome zerstören, aus denen die Moleküle des Körpers aufgebaut sind. In diesem Fall bleiben sogenannte Radikale zurück. Je mehr dieser Radikale entstehen, desto gefährlicher wird es.

So kann es zum Beispiel sein, dass wichtige Enzyme funktionsunfähig oder ganze Zellbausteine zerstört werden. Auch das Erbgut (DNA) ist für ionisierende Strahlung anfällig, es drohen Veränderungen der Erbinformation, die bei der nächsten Zellteilung an die Tochterzellen weitergegeben werden. Je größer die Schäden an der DNA sind, desto höher ist langfristig das Risiko für Krebs.

Allerdings ist Strahlung nicht gleich Strahlung.

 

Alpha, Beta Gamma

Die sogenannten Gamma-Strahlen gehen durch den Körper hindurch. Bei geringer Intensität der Strahlung besteht daher durchaus die Möglichkeit, dass die Funktionsfähigkeit der Zellen erhalten bleibt. In höheren Dosen allerdings besteht die Gefahr von Schäden am Erbgut und bösartigen Zellveränderungen, also Krebs.

Alphastrahlen hingegen durchdringen die Haut nicht, weswegen sie, solange sie sich außerhalb des menschlichen Körpers befinden, weitgehend ungefährlich sind. Sobald es aber zu einem Kontakt mit menschlichem Gewebe kommt, etwa durch das Einatmen radioaktiven Staubs, werden die Stoffe in der Lunge eingelagert und können dort Krebs auslösen. Auch wenn derartige Stoffe mit der Nahrung aufgenommen werden, bestehen erhebliche Gesundheitsgefahren.

Ist der menschliche Körper den sogenannten Betastrahlen ausgesetzt, kann es zu Verbrennungen – oder als Spätfolge zu Hautkrebs kommen. Werden Betastrahler in den Körper aufgenommen – zum Beispiel über verstrahltes Essen -, reichern sich die Substanzen im Körper an und können das Erbgut schädigen oder Krebserkrankungen hervorrufen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn sich radioaktives Jod-131 in der Schilddrüse ablagert.

 

Wie funktioniert ein Geigerzähler?

Ein „Geigerzähler“ ist nach der Geiger-Müller-Röhre benannt, dem Herzstück dieses Gerätes.

Diese Röhre enthält einen dünnen Draht, der durch deren Mitte führt. Der Raum um den Draht herum ist versiegelt und mit Gas gefüllt. Der Draht hat eine Spannung von 500 Volt im Verhältnis zur Röhre. Ein atomares Teilchen, oder Gamma-Quant, welches die Röhre durchdringt, oder ein Elektron, das durch Röntgen –oder Gammastrahlen aus der Wand gelöst wird), zieht Elektronen aus den Atomen in das Gas. Wegen seiner positiven Ladung zieht der Draht diese Elektronen an. In diesem Prozess gewinnen die Elektronen Energie. Sie kollidieren mit Atomen, wodurch sie wiederum Elektronen freisetzen, bis sich der ganze Prozess zu einem „Wasserfall“ aufschaukelt, der leicht erfassbare Stromimpulse produziert.

 

In welchen Maßeinheiten wird Radioaktivität gemessen?

Strahlebelastung wird in µSv/h (Mikro-Sievert/Stunde) gemessen. Sievert ist eine international anerkannte Maßeinheit,. welche die biologische Wirkung von Strahlen anzeigt: die sogenannte Äquivalentdosis. Viele zeitgenössische Literatur bezieht sich beim Thema Strahlung auf die Einheit REM (Röntgen Equivalent Man). REM wird im folgenden Verhältnis in Sievert umgerechnet:

1 rem = 0,01 Sv = 10 mSv = 10.000 µSv

1 mrem = 0,001 rem = 10 uSv

 

Was ist Becquerel?

Becquerel, abgekürzt Bq, misst die Aktivität eines radioaktiven Stoffes. Die Aktivität gibt die mittlere Anzahl der Atomkerne, die pro Sekunde radioaktiv zerfallen.

Die Einheit ist nach dem französischen Physiker Antoine Henri Becquerel benannt,  der 1903 zusammen mit Pierre und Marie Curie den Nobelpreis für die Entdeckung der Radioaktivität erhielt.